Unterrichtsversorgung an Berufsbildenden Schulen verschlechtert sich weiter - auch die BBS in Winsen und Buchholz leiden unter dem Lehrermangel

Landkreis Harburg. Die CDU-Landtagskandidaten im Landkreis Harburg, Dr. Bernd Althusmann, André Bock MdL und Heiner Schönecke MdL sehen mit großer Sorge, dass Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) den erheblichen  Unterrichtsausfall an den Berufsbildenden Schulen (BBS) in Niedersachsen nicht in den Griff bekommt.

„Bei den Berufsbildenden Schulen wird das bedenkliche Versagen und die fehlende Entschlossenheit der rot-grünen Landesregierung im Bildungsbereich auf den ersten Blick sichtbar. Es kommt nicht nur darauf an, etwas zu wollen, sondern es zu machen. Bei fast der Hälfte der Schulen hat sich die Unterrichtsversorgung innerhalb eines Jahres noch einmal verschlechtert. Das ist eine schwere Fehlleistung dieser rot-grünen Landesregierung“, stellt der Landesvorsitzende und Spitzenkandidat der CDU in Niedersachsen, Dr. Bernd Althusmann, fest. Das Kultusministerium musste aktuell auf eine CDU-Anfrage im Landtag (Drs. 17/7884) einräumen, dass der statistische Wert für die Unterrichtsversorgung zum letzten Stichtag (15.11.2016) auf einen neuen Tiefstand gesunken ist: Er lag im Schuljahr 2016/17 bei landesweit durchschnittlich nur noch 88,1 Prozent (Vorjahr 2015/16: 88,6 Prozent). „Es ist nicht akzeptabel, dass die fahrlässige Untätigkeit einer Landesregierung die Chancen unserer Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Niedersachsen gefährdet“, so Bernd Althusmann.

Betroffen vom Lehrermangel sind auch die BBS in Winsen und Buchholz. Wie aus der Antwort auf die CDU-Anfrage im Landtag hervorgeht, betrug die Unterrichtsversorgung dort im Schuljahr 2016/17 zum Stichtag 15.11.2016 nur 89,2 % (Winsen) und 87,5 % (Buchholz). Als „verantwortungslos“ bezeichnet auch der Landtagsabgeordnete André Bock das Verhalten der Ministerin: „Wir beobachten genau, wie viele Lehrkräfte an jeder einzelnen Schule eingestellt werden und ob dies mit der Zahl der ausscheidenden Lehrkräfte  zusammenpasst.“ Auch diese Zahlen sind der Antwort auf die Anfrage zu entnehmen.

Aus der Antwort des Kultusministeriums für 131 niedersächsische BBS ergibt sich, dass im Schuljahr 2016/17 insgesamt 70 Schulen noch niedrigere Werte aufwiesen als ein Jahr zuvor. Insgesamt 29 Schulen müssten sogar mit einer Unterrichtsversorgung von unter 85 Prozent zurechtkommen. „Da ist  Unterrichtsausfall an der Tagesordnung. Kein Wunder, dass sich inzwischen auch die Kammern einschalten und vielerorts lautstark Besserung anmahnen“, ergänzt der Landtagsabgeordnete Heiner Schönecke: „Der aktuelle Zustand ist leider keine gute Werbung für das Modell der dualen Ausbildung. Dabei sind unsere Unternehmen dringend auf der Suche nach Fachkräftenachwuchs. Die  Landesregierung schadet unserer Wirtschaft.“

Die drei Abgeordneten bewerten es als „erschreckend“ zu sehen, wie deutlich sich in Niedersachsen die Unterrichtsversorgung seit Regierungsübernahme durch SPD und verschlechtert hat: An Allgemeinbildenden Schulen von 102 Prozent (2012) auf 98,9 Prozent (2016), an Berufsbildenden Schulen von 91,9 Prozent (2012) auf nun 88,1 Prozent.
„Statt endlich ein tragfähiges Konzept gegen Lehrermangel und Unterrichtsausfall zur Verfügung zu stellen oder die BBS wieder stärker in die Budgetverantwortung einzubeziehen, versucht die amtierende Landesregierung, den Lehrermangel mit der Flüchtlingssituation zu rechtfertigen. Dieser Zusammenhang ist nicht nur konstruiert, sondern abwegig“, so Bernd Althusmann.